1. Kreuzfahrt, AIDAcara 02.10.-06.10.2013 Kiel-Kopenhagen-Oslo-HH Teil I

1. Kreuzfahrt,  AIDAcara  02.10.-06.10.2013     Kiel-Kopenhagen-Oslo-HH    Teil I

 

 

So. mein erster Reisebericht, wie versprochen. Julie meine Enkeltochter (14) ich die Großmutter Guddi, auf gehts.

 

 Mi. 2. Okt.2013

 

 

An durchgehenden Schlaf war nicht zu denken, ich stehe, kurz bevor der Wecker klingelt, auf und rufe die Julie, die auch sofort auf der Matte steht. Koffer und Rollator sind seit gestern im Auto.

Wir starten mit dem Auto um 6:15, halten beim Bäcker und holen frische belegte Brötchen als Wegzehrung.

Schnell zur Autobahn A7 in Bad Fallingbostel, ruhige, beschauliche Fahrt mit einem kurzen Stau, kurz vor HH.

 

Ankunft in HH, Parkhaus Überseeallee 3, Ticket wurde vorher zugeschickt  ( pro Tag 5,-€). Taxi bestellt und ab geht es zum Hbf, Eingang Kirchenallee.

 

Kaum den Bahnhof betreten,  steht der "nette Mann vom Bahnhof" neben uns, und redet und redet, will den Bahnhof zeigen und die Toiletten, leider kenne ich mich durch meine ausführliche Vorbereitung theoretisch bestens aus.   

 

 

Der Doppelstockzug steht schon auf Gleis 6a , bin mindestens 30-35 Jahre keinen Zug mehr gefahren,

weiß nicht mehr wann es war,ist zu lange her .

 

Auf der Fahrt gab es Verspätung wegen einer Baustelle, war aber schon vorher bekannt, hab deshalb einen Zug früher genommen. Ich kann auf keinen Fall zu spät bei unserem Schiff sein.

Zug fahren ist doch recht entspannend und endlich erreichen wir den Kopfbahnhof in Kiel.

Kaum ausgestiegen, sehen wir Leute, die zu AIDA gehören müssen. Richtig, Koffer abgeben und da ist auch schon die nette Dame, die uns zum Shuttlebus bringt, dieser fährt sofort los. Keine Zeit zum fotografieren.

 

Jetzt , der große Moment, wir sehen tatsächlich die AIDAcara, in echt ! Ich habe sie so oft über die Webcam im Hafen auslaufen sehen. Wir sehen sie, wir hören die Möwen kreischen, sehen den Ostseekai, die Sonne strahlt und  wir grinsen bis zu beiden Ohren.

Der Ostseekai.

 

Gleich geht es zum Fahrstuhl, dann zum Schalter für die Gehbeh.(keine Zeit für Fotos) und schon stehen wir hinter einem Rettungsring zum Foto. Schwups sind wir auf dem Schiff. Was ist los ? Plötzlich geht alles so schnell, was soll denn das, es kann von mir aus jetzt noch langsamer gehen als die lange Wartezeit bis zu diesen Tag.   OK zumindest ist es kein Traum mehr.

 

Jetzt erstmal einen Kaffee auf der Terasse des Calypso, ich fühle mich wie Gott in Frankreich, die Julie hört auch nicht auf zu grinsen. Immer wieder beteuern wir uns gegenseitig, das wir jetzt wirklich hier sind und die Fahrt losgeht.

           

 

Es dauert nicht lange und die Kabinen sind freigegeben, also nichts wie  hin. Tür geht natürlich beim ersten Versuch nicht auf, wir sind viel zu hibbelig. Kabine mit Meerblick, schöööööön, Platz genug, Bad auch ausreichend, alles gut.

 

Etwas später:   Wir packen die Koffer aus.

Wieder etwas später:    Jetzt gehen wir zur SNRÜ, dauert eine Weile, zum Glück kann ich auf dem   Rollator sitzen.

Jetzt aber hinauf zum Deck 11. Die Abfahrt verspätet sich etwas, da der Treibstoff  spät kam. Uns kann jedoch nichts mehr stören.

JETZT, jetzt genau legen wir ab.

Die Musik von Enya beginnt, mir geht das Herz auf, allerdings auch die Tränendrüsen, die Julie holt erstmal einen alkoholfreien Cocktail und wir geniessen, lachen und weinen. Ich spüre wie mein Zeitgefühl abhanden kommt und ich langsam, so wie die Cara sich vom Kai entfernt, den Alltag hinter mir lasse.  Wir fahren an Laboe vorbei und ich muß an meinen Großvater denken, der im1. Weltkrieg als junger Offizier auf einem U.Boot hier in Kiel war.

Ich denke an die Lieben, mit denen ich das alles gern gemeinsam erlebt hätte. Mein Bruder, sein Traum war es, einmal mit der AIDA zu fahren, er hat es nicht geschafft, er ist mit 20 J verstorben. Mein geliebter Papa, der vor 3 Mo. starb und mir diesen Traum hier erst ermöglicht.

Es wird wohl so eine Art Memoryfahrt für mich werden.

Es ist soviel Freude und gleichzeitig soviel Schmerz.

 

 

Es ist Zeit zum Abendessen, wir gehen in das Calypso, gleich rechts ist ein Tisch für uns Gehbeh. reserviert, ich bin hoch erfreut und AIDA sehr dankbar dafür. Die Massen strömen in das Restaurant, nicht immer ganz gesittet, man könnte denken, es ist die einzige Mahlzeit für die nä. 4 Tage.

Julie geht schon mal zum Buffet, ich warte noch etwas. Sogleich ist ein junger Mann am Tisch, der Wein oder Wasser einschenkt, das Besteck zurecht legt und mich freundlich begrüßt.

 

Julie kommt zurück mit einem wenig gefüllten Teller, sie weiß nicht was sie essen soll, es gibt soviel.

Ich gehe jetzt auch mal los, OMG welch eine Vielfalt,ich brauche nicht lange suchen und finde Fisch, wie lecker.

 

Satt und glücklich sind wir auf dem Weg zur Kabine, Deck 4, backbord.

 

Weiter geht es, zur Willkommens Party aufs Pooldeck. Tolle Musik, die wichtigen Leute stellen sich vor, das Show Ensemble stellt sich vor und hat einen sehr schönen Auftritt. Es ist super Stimmung. Allerdings weht mächtig eisiger Wind, macht aber nichts.

Es ist ca.23:00, wir gehen in unsere Kabine, es war ein langer und aufregender Tag. Ob wir schlafen können? Gute Nacht.

 

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Donnerstag  03.10.2013

 

Bin schon wach, super geschlafen. Der Wecker kommt nicht zum klingeln, hatte ihn gestellt um den Sonnenaufgang zu sehen, da es der letzte Sonnentag werden soll.

Ich versuche leise aufzustehen um Julie nicht zu stören und gehe zur Terasse des Calypso nehme mir einen Stuhl und fühle mich sofort wohl. Eine schöne Atmosphäre. Ich kann die Sonne am Horizont erahnen und die riesige Brücke nach Malmö sehen.

 

Mein Herz wird groß, meine Seele und meine Gedanken können fliegen ich spüre meinen Papa , solange ich an ihn denke, ist er immer bei mir. Alles ist weit, offen und frei. Meine Tränen finden langsam aber lange ihren Weg, trotzdem tut es irgendwie gut ,auch wenn sich alles zusammenkrampft und weh tut.

Ich glaube, das ich gerade ein wenig loslassen kann, es ist alles gut so wie es ist. Ich kann lächeln, mit viel Wehmut und Sehnsucht , es beißt aber nicht mehr so schlimm.

Julie steht hinter mir und möchte mich zum Frühstück abholen. Sie ist sehr sensibel und spürt die Stimmung. Julie trauert auch sehr um ihren Uropa. Er war ein fabelhafter, lieber Mensch, immer zuerst für andere da, mein Fels in der Brandung. Ja, so ist der Lauf der Dinge. Werden und Vergehen......... Wir reden viel über ihn und können auch über manche vergangene Situation lachen.

 

Frühstück wieder im Calypso. Die Bäckerei auf dem Schiff ist Klasse. Eier in allen Variationen, Wurst, Käse, Obst, Süßes, Müßli und sogar Fisch habe ich gefunden, unglaublich.

9:00 Anlegen in Kopenhagen am Lange Linie Kai.

Wir gehen von Bord und haben nur ein Ziel: Kanalbootfahrt.

 

Wir halten ein Taxi an und lassen uns zum Nyhavn fahren. Taxi ist recht preiswert und der Fahrer freundlich und zeigt uns gleich noch eben das Schloß Amalienborg.

 

Wir können als Erste auf das Kanalboot und es füllt sich schnell. Die Sonne strahlt, eine junge Frau erklärt in 3 Sprachen, wo wir gerade entlang kommen.

60min. lang  oder kurz, sehen wir Kopenhagen , wunderbare alte Gebäude mit vielen Details, fantastisch.

                

 

das Bleistifthaus                                                                  

 

 

 

der schwarze Diamant

 

 

           

 

schöne Brücke                                                                     

 

  

 


Neu und Alt

           

 

halbe Brücke, wird dieses Jahr nicht fertig, die Firma ist pleite

 

 

Ist ein tolles Erlebnis. Da vorn ist eine Toilette, oh Schreck, wieder eine Treppe nach unten. Da ist ein Aufzug, also nichts wie hin. Das WC ist ja toll, so sauber und  geruchsneutral. Das ist ja mal angenehm.

 

 

 

Bei immer noch strahlendem Sonnenschein jetzt ein kurzer Spaziergang durch Nyhavn.

Sehr ansprechende Kneipen und Bar`s, draußen liegen Decken auf den Stühlen, sieht alles schick aus.

Genau jetzt sehen wir den Hot Dog Wagen, natürlich müssen wir einen Original Dänischen Hot Dog essen. Julie fallen ein paar Zwiebeln runter und sofort kommt ein Taubenschwarm und lässt sich zu unseren Füßen nieder. Das wiederum finden einige Japaner wohl lustig und fotografieren fröhlich lachend darauf los, das lässt uns dann in herzhaftes Lachen ausbrechen. Schön.

 

Weiter geht es, was sehen wir denn da ? Eis und Waffeln, irre, schnell rein. Der Duft der Waffeln ist verführerisch, beim Anblick vom Eis läuft mir das Wasser im Mund zusammen, obwohl ich keine Eisesserin bin.

Das leckere Eis ist nicht preiswert, aber seinen Preis wert. Julie nimmt noch eine frische Waffel dazu.

Ein Glücksmoment nach dem anderen.

 

Mein Geist ist noch willens viel mehr von Kopenhagen zu sehen, aber meine Beine nicht mehr.

Taxi ranwinken und auf zum Schiff.

Kaffee trinken und an Deck ,auf das Wasser und die Umgebung schauen und an nichts denken, herrlich.

Schon wieder ist Zeit für das Abendessen und wieder diese fänomenale Auswahl.

 

Heute sehen wir die Show im Theater an. Dangerous Love, naja Michael Jackson ist nicht unbedingt mein Fall.

Es geht los, huch, Gänshautfeeling, eine wunderbare Show, sehr kurzweilig und mitreißend, hätte ich nicht gedacht. Wieder Begeisterung.

Das geht jetzt schon 2 Tage so, immer wieder etwas neues, eins besser als das andere, unglaublich.

Ich freue mich so, das ich das alles erleben darf und dann auch noch mit meiner Julie zusammen. Sie wird ein Leben lang (ich hoffe es wird lang) diese Erinnerungen haben, ist das nicht wundervoll ? Es macht mich so zufrieden.

Ab in die Koje, morgen erwartet uns Oslo, das Wunschziel meiner Enkelin.

Gute Nacht!

 

Teil  II folgt bald.   bin müde und schon wieder überwältigt von den Eindrücken. Liebe Grüße

 

 

 

 

 

 

 

1. Kreuzfahrt, AIDAcara 02.10.-06.10.2013 Kiel-Kopenhagen-Oslo-HH Teil II

1. Kreuzfahrt, AIDAcara 02.10.-06.10.2013 Kiel-Kopenhagen-Oslo-HH  Teil  II

Endlich komme ich dazu, den  2. Teil des Reiseberichtes zu schreiben, seht mir die Qualität der Bilder nach, bin kein Profi und meine Kamera auch nicht.

Vor uns liegt  Oslo und ein Seetag. Auf gehts.

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Freitag, 04. Okt.13 ----  Oslo


Guten Morgen,

die Nacht war gut, für heute wurde Regen und Bewölkung angesagt, egal irgendwo werden wir bestimmt ein Stücken Sonne erhaschen, zumindest in unseren Herzen scheint sie.

Frühstück ist wieder ein Gedicht, alles was man sich wünschen kann.

Es geht jetzt in den Oslofjord (ohne Sonne), der genau genommen kein Fjord ist sondern ein Graben ( hab auch mal dem Kapitän zugehört *grins* ).

Ich habe es eilig auf Deck 6 zu kommen, muß wieder auf meinen Ausguck, das heißt, ich sitze auf meinem Rollator, ganz dicht an der Reling, mit der Kamera im Anschlag und warte auf das, was nun kommen soll.

Julie ist das teilweise zu langweilig und sie erkundet mal wieder das Schiff, es gibt immer wieder etwas neues zu entdecken.

Ich sitze an der Backbordseite (nächstes Jahr nehme ich dann mal die Steuerbordseite aufs Korn)und sehe die linke Uferseite des Oslofjordes, habe Zeit und Raum vergessen. Wow ist das schön.

Die Zeit vergeht und die Durchfahrt wird immer enger.

Es ist ganz still, ich höre keine Schiffsgeräusche und auch nicht mehr das Gemurmel der anderen Passagiere.

Ich bin in einem Vacuum, in einer anderen Zeit, ich halte automatisch die Luft an, es ist atemberaubend schön.

Diese kleinen Inseln ziehen vorüber, ich sehe förmlich wie sich vor langer, langer Zeit die Lava dort langwälzt und erkaltet. Ich kann in einen anderen Zeitabschnitt schauen.

Mein Herz öffnet sich wieder, allerdings auch wieder die Tränendrüsen. Was solls, ich lass die Tränen laufen, es tut gut, ich glaube sie lindern auch den Schmerz. Wie so oft im Leben sind Freude und Trauer soooooo dicht beieinander. Ich kann mit einem tränenüberströmten Gesicht trotzdem glücklich lachen.

 

 

Es ist überwältigend, diese ganze Atmosphäre. Ich weiß nicht, was mich schon immer in den Norden gezogen hat, die wenigen Bilder die ich als Kind von Scadinavien gesehen habe, die Geschichten über die Trolle, die vielen Bücher , die in dieser Gegend gespielt haben, die Filme, die Reiseberichte, die ich seit Jahren verschlinge ? oder war ich gar in einem früheren Leben hier ? Egal es ist jedenfalls nicht mit meinen Vorstellungen zu vergleichen. (tausendmal schöner)

Hier könnte ich leben.

 

Es ist alles wieder groß, weit, frei und es überkommt mich eine so schöne innere Ruhe. Papa ist wieder ganz nah, es fühlt sich alles weich und warm und richtig an.

Er freut sich mit uns, das spüre ich so intensiv.

 

 

OMG ich kann mich nicht satt sehen.

Schon steht Julie wieder bei mir und erinnert mich an das Mittagessen, ich kann mich kaum losreißen, ich möchte die Zeit anhalten. Geht nicht, ich bin so dankbar, das ich so etwas schönes sehen darf, diese Augenblicke sind unendlich kostbar.

 

Ich erhebe mich endlich und sehe, das noch mehr Menschen so berührt waren. Welch ein Glück, ich hatte ja schon die Befürchtung ein emotionales Weichei zu sein..........

 

Mittagessen, üppig wie jedesmal.

 

Wir legen am Revierkai in Oslo an, der übliche Liegeplatz am Akerhus ist von der Queen Mary 2 belegt. Schade, da würde ich kein Taxi brauchen, so  "parken" wir aber in nächster Nähe zur Oper, mit ihrem begehbaren Marmordach und dem Kunstwerk des Eisberges davor, auch sehr schön.

Julie  freut sich schon auf Oslo,also dann mal los. Am Ausgang vom Hafen stehen nette Norweger, die  frage ich mal, wo hier die Taxen stehen, weil ich wieder nur die roten Hop on Hop off Busse sehe. Der schnucklige Norweger greift zum Telefon und ruft uns ein Taxi, wie freundlich und hilfsbereit.

Schon  sind wir vor dem berühmten Radhus, in dem der Friedensnobelpreis im Dezember verliehen wird.

Es ist beeindruckend, riesig und irgendwie schön. Nächstes Jahr schaue ich es mir von innen an, versprochen.

 

Alles wirkt sauber und klar.

Da sehe ich ein Geschäft mit "meinem" Troll davor. Im Geschäft, gibt es so süße Andenken, kleine Trolle, Becher aus Birkenholz, Norwegerpullover, die typischen Mützen und, und, und......

Kaufe mir einen Bilderrahmen den natürlich ein Troll stützt.Julie sucht sich einen Anhänger fur das Handy aus.

Jetzt das Foto mit meinem lange gesuchten Freund.

 

 

die Verwandtschaft ist auch nicht weit....

 


rechts neben dem Rathaus, ist ein sehr schöner Brunnen, ein durstiger Mann und es blühen noch die Rosen.

 

 

 

 

Es ist bedeckt, die Wolken hängen tief, ich höre doch irgendwo Musik ?

Es kommt von dort vorn rechts, da sind auch die Fischerboote , viele Menschen, ein großer Platz, da kommt doch eine Straßenbahn lang. Ich muß zur Musikquelle, da

er spielt  so schön, irgendwie  in Moll, paßt aber zum verhangenen Himmel.

Wir sind also in Aker Brygge.

Langsam wird es frisch und nieselig, wir gehen in Richtung Straße (weiter Weg, großer Platz) rechts die Fischerboote, auf einem wird der fangfrische Fisch verkauft , ich kann mich kaum zügeln, kann ihn aber leider nicht mit nach Hause nehmen, den Fisch,nicht den Fischer meine ich, obwohl........

links sind wundervolle Wasserspiele und Skulpturen.

 

Straße in Sicht, Taxi ranwinken. Taxifahrer hat wohl seinen ersten Tag, weiß nicht wo der Revierkai ist und hat wohl auch noch nie was von " AIDA  "gehört.

Hatte mir vorher einen Teil vom Stadtplan ausgedruckt und zeigte ihm, wo er lang muß, hat er auch nicht begriffen. Wir führen ihn dann mit Anweisungen wie left and right bis zu unserem Schiff. Jetzt will er keine Euronen, obwohl die dort genommen werden.Da er nicht weiß wie der Kurs ist, zeige ich ihm mein kleines Kärtchen mit dem aktuellen Kurs und Beispiele für die Umrechnung, endlich glaubt er mir, das ich ihn nicht betrüge und notgedrungen auch noch ein Trinkgeld für ihn abfällt.

 

Puuuuh, rauf aufs Schiff, jetzt fängt es an zu schütten. Im Calypso ist gerade Kaffezeit und wir setzen uns gemütlich ans Fenster und sehen uns Oslo im Regen an, es ist irgendwie gemütlich.

 

Die Zeit vergeht, mich zieht es wieder auf Deck 6, zur anderen Seite schauen.

Ich werde von Julie wieder zum Essen "geschleift".

 

Bald ist es 20:00 und wir laufen das letzte mal auf dieser Reise aus und dann auch noch im dunkeln, ich freue mich und ein wenig Wehmut macht sich auch breit. Für heute Nacht kündigte der Käpten etwas Seegang an, der uns dann im Skagerag  erfreuen soll. Mal schauen, vielleicht brauchen wir doch noch unsere Reisetabletten, bin schon gespannt.

 

Ich stehe wieder auf Deck 6 und die Musik von Enya erklingt, wir legen ganz langsam ab, der Hafen beleuchtet, alles spiegelt sich im Wasser wider und die Pfützen im Hafen funkeln.Wieder ein erhabener Moment.

 

 

Eine schöne Stimmung.

.

 

 

Die Bilder sagen nichts aus im Gegensatz zum Liveerlebnis.

Ich bleibe noch sitzen, ringsrum erstrahlt Oslo, jetzt kann ich erst sehen, das sich rund um Oslo die Lichter an der Berghängen hochziehen. Wow, so groß ist Oslo. In der Ferne, kann ich sogar den Holmenkollen erkennen. Es sieht aus als wäre er schwach grün beleuchtet.

Sieht gigantisch aus, leider haut das auf diese Entfernung mit meiner Kamera nicht hin.

Ich habe die Bilder ja im Gedächtnis, kann euch ja nicht alles zeigen, fahrt lieber selber hin und erlebt diese schonungslos wunderbaren Eindrücke. Ich wünsche und gönne es jedem von ganzem Herzen.

 

Ich gehe in unsere Kabine, Julie liegt schon in der Koje. Wir sind einfach nur noch müde. Seit Tagen jede sec. neue, schöne Eindrücke, die Seeluft, das reichhaltige Essen ,meine Knochen schmerzen entsetzlich, aber das ist es wert.

Gute Nacht, bis morgen früh...

 

 

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Samstag  5. Okt.  Seetag

 

Was rumst denn hier so ?  Richtig laut, wum..............wum................wum

Julie meldet sich auch, ich schaue auf die Uhr, 1:30 mitten in der Nacht.

Jetzt komme ich langsam zu mir, es schaukelt, das Geräusch sind die Wellen, die an den Bug klatschen. Wir sind auf Deck 4 fast ganz vorn.

Ich sehe zum Fenster, bin völlig ausser mir und juche rum.Hoffentlich habe ich nicht meine Kabinennachbarn  geweckt, man möge mir verzeihen.


Die Gischt der Wellen kommt am Fenster vorbei und schlägt dagegen, das ist ja riesig, wie schön, toll, super, klasse, hui und ich schaukel hin und her, fühle mich sicher und geborgen.

Spontan möchte ich an Deck , Julie schreit" Oma, Du hast ein Nachthemd an ", natürlich hätte ich mir eine Hose und eine Jacke angezogen, was denkt sie denn von mir? Ich glaube, das möchte ich nach diesem Freudenausbruch gar nicht wissen. Julie ist nicht ganz so begeistert

Ok, ich bleibe in der Kabine, ich merke auch , das meine Beine das nicht mehr durchhalten.

Ich leg mich wieder hin, in der Koje hebt es mich sanft an, ich merke wie die Wirbelsäule enstspannt, dann geht es wieder runter auf die Matratze, immer wieder, immer wieder. Ich schlafe ein, während dessen, ärgere ich mich das ich so schnell einschlafe und das ich offensichtlich nicht seekrank bin.(darüber ärgere ich mich natürlich nicht)

 

Wir wachen gleichzeitig auf, es rumst nicht mehr, meine Wirbelsäule hebt nicht mehr ab und ich bin erstaunt, es ist ca. 9:00. Es soll Windstärke 7 gewesen sein.

Oh je, ich habe so lange geschlafen, bestimmt habe ich an Deck grauen Himmel und Regen verpasst.

Nun gut, jetzt gehen wir ausgiebig frühstücken.

Am Tisch erwartet uns schon Priar, wundert sich wohl wo wir heute bleiben. Er legt sofort Besteck und Serviette hin, schenkt Kaffee ein, mittlerweile weiß er wie wir in trinken.

Er fragt nach unserer Nachtruhe und lacht wie immer.

Der Tag kann beginnen, ich fühle mich tatsächlich ausgeruht und erholt und die Beine funktionieren relativ schmerzarm.

 

Wir geniessen das Frühstück und seine Vielfalt.

Es ist Seetag, ich plane nicht sondern lass alles auf mich zu kommen.

Da kommt es schon, Julie hat ein Skibbospiel besorgt, oh,oh. Ich spiele nicht gern Karten oder Gesellschaftsspiele überhaupt.

Wir finden eine nette Sitzecke, wo ? Tja gleich neben dem Ausgang auf Deck 6, ich kann also zwischendurch mal an die Reling, Beine vertreten tut ja Not. *grins*

Das Spielen mit Julie hat mir  ziemlichen Spaß bereitet.

 

Es ist schon wieder Mittag.

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Mir fällt eben ein, das ich an eimem Tag, warm mit Decken eingemummelt und winddichter Jacke mit Kapuze oben an Deck ganz vorn am Bug saß, es war eisiger Wind. Kapuze auf, nur noch einen Sehschlitz offen. Es war urig, richtig gemütlich. Ich lasse wieder die Gedanken machen was sie wollen, es war so herrlich, bin zwischdurch auch mal weggenickt:

Plötzlich schauen 2 Augen in meinen Sehschlitz " Entschuldigung , geht es ihnen gut, sie sitzen hier schon so lange bewegungslos und es ist doch so kalt"  Der nette , besorgte Herr dachte wohl ich sei als Galionsfigur verendet (habe ich ihm auch gesagt). Wir mussten dann herzhaft lachen.

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Julie will jetzt das Schiff weiter erkunden und mal die Bars abklappern(Softdrinks) oder Tee trinken, die Teetheke ist richtig gut.( Ich trinke nur Tee wenn ich krank bin)

Sie begleitet mich zuvor mit Decken, na wohin? 3x dürft ihr raten.....

Gut eingepackt sitze ich auf Deck 6, versuche meine ersten Eindrücke nieder zu schreiben, klappt nur bedingt, meine Gedanken schweifen immer wieder ab. Ich höre die Wellen an der Schiffswand schlagen, wie beruhigend, wie schön.

Jetzt kommen die Jogger vorbei (Deck 6 ist nämlich auch der Joggingpfad) es sind nicht viele, die meisten der Sportbegeisterten sind wohl  drinnen auf den Rädern, Laufbändern, machen Zumba oder sonst was.

Julie holt mich wieder ab.

Es ist Zeit uns ein bißchen schick zu machen, der letzte Abend, wie unschön.

 

Jetzt das besondere Farewell  Essen.

Köstlich, vielfältig, schmackhaft..................

 

 

 

Ab zur Poolparty, Deck 10, Verabschiedung, Sekt, Cocktails, tolle Musik und eine so schöne Laserschow. Julie möchte gegen 23:00 ins Bett (Koje) ich bin jetzt in Stimmung und wären meine Beine nicht so unwillig, würde ich mir jetzt die Seele aus dem Leib tanzen, man kann halt nicht alles haben.  Wir sehen noch ein anderes AIDA Schiff an uns vorüber ziehen und steuerbord passieren wir Helgoland.

Gute Nacht !

 

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So. 06.10.13      Abschied von der schönen AIDAcara


Gegen morgen wache ich ständig auf und sehe draußen Lichter. Warum rast denn dieses Schiff so, wir sind schon auf der Elbe.

Julie hat es sich im Fensterkasten mit Decken bequem gemacht und schaut raus.

 

Aufstehen !!!!!!

Ein letztes Frühstück an Bord, wir liegen schon im HH Hafen am Altonakai, nichts wackelt mehr, nichts rauscht mehr, nur die Geräuschkulisse des Hafens, die ersten Reinigungsarbeiten beginnen, das Schiff wir ausgeladen.

Die Cara geht jetzt in die Werft und "unsere" Alte Lady, das Mutterschiff wird überholt.

Wir nehmen unsere Koffer, das heißt, Julie hat die Koffer, ich den Rollator und das Handgepäck.

Kann plötzlich gar nicht gut laufen und werde immer langsamer, auch das hilft nicht.

Die wunderbare Fahrt ist vorbei, die Erinnerungen und Erfahrungen bleiben. Welch ein Geschenk.

DANKE

 

Auf Wiedersehen HH und AIDA bis zum 05.04.14

Nach der Fahrt ist vor der Fahrt..................

 

Taxi rufen, zum Parkhaus, Auto wieder finden und auf zur A7, Richtung Heimat, auch das ist ein gutes Gefühl.

10:30 wir sind zu Hause und begrüßen als erstes unsere Katze Lilly.

 

Bis zum nächsten Mal...............

 


Wer Tipp - und Rechtschreibfehler findet, darf sie sehr gern behalten.....    :)

 

 


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